Ernährungstipps 

Die Ernährung spielt für viele Betroffene von Interstitieller Zystitis (IC) bzw. Blasenschmerzsyndrom (BPS) eine wichtige Rolle bei der Linderung der Symptome. Leider gibt es keine allgemeingültige Formel, da die Reaktionen auf Lebensmittel sehr individuell sind.

Gehe auf Entdeckungsreise und finde für dich selbst heraus, welche Lebensmittel deine Blase reizen und welche ihr gut tun.

Viele Betroffene berichten, dass bestimmte Speisen oder Getränke die Blasenbeschwerden auslösen oder verschlimmern. Dazu gehören oft, aber nicht immer:

  • Kaffee (mit oder ohne Koffein) und schwarzer/grüner Tee
  • Getränke, wie z.B. Cola, Limonade, Diät-Limonade
  • Alkohol
  • Früchte und Fruchtsaft aus Zitrusfrüchten, v.a. Zitronensaft, Cranberrys
  • Tomaten und daraus hergestellte Produkte
  • Lebensmittel mit biogenen Aminen, z.B. lang gereifter Käse, geräucherter Fisch, Walnüsse, Erdbeeren
  • scharfe Lebensmittel und Gewürze wie z.B. Peperoni, Chili, Meerrettich

 

 

Wie kann ich herausfinden, was mir guttut?

Wenn es darum geht, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang gibt, dann ist ein Ernährungs- und Symptomtagebuch genau der richtige Weg.

Dazu protokolliert der Betroffene 1 – 2 Wochen seinen Speiseplan und die Beschwerden – wenn es einen Zusammenhang gibt, kann er so aufgedeckt werden. Dann ist die Therapie einfach – sie besteht zunächst im zeitlich befristeten Weglassen der auslösenden Speisen oder Zutaten. Gleichzeitig werden blasenschonende alternative Lebensmittel/Zutaten hinzugenommen, damit der Speiseplan bunt und vielseitig ist (z.B. Paprikamark statt Tomaten). Danach, das kann 2-4 Wochen oder auch länger dauern, werden kleine Mengen dieser Lebensmittel wieder verzehrt und deren verträgliche Menge ausgetestet

Neben dem Herausfiltern der für die Blase unverträglichen Lebensmittel kann auch eine darmberuhigende und darmgesunde Ernährung das Beschwerdebild reduzieren.

Bei der Analyse des Symptomprotokolls und der anschließenden Zusammenstellung einer ausgewogenen Ernährung sollte der Rat einer zertifizierten und auf Blasenerkrankungen spezialisierten Ernährungsfachkraft genutzt werden. Diese sind zu finden unter https://e-zert.de/experten oder unter https://ernaehrung-urogyn.de

Gut zu wissen: Der Haus- oder Facharzt stellt budgetneutral eine sogenannte „Ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung“ aus. Damit beteiligen sich in der Regel die Krankenkassen, Versicherungen und Beihilfen an den Kosten einer Ernährungstherapie, wenn diese vorab eingereicht wird. Eventuell ist außerdem ein Kostenvoranschlag notwendig. Den genauen Ablauf bespricht die Ernährungsfachkraft dann mit dem Betroffenen direkt. 

Weitere Informationen und die zertifizierten IC-Zentren sind bei der Kontinenz Gesellschaft unter http://kontinenz-gesellschaft.de zu finden. Wichtig zu wissen: Die aktualisierte Leitlinie von 2025( S2k-Leitlinie ) beschreibt auch das Thema Ernährung und Nahrungsmittelinhaltsstoffe. Die genannten Empfehlungen sind wissenschaftlich fundiert. Die Leitlinie richtet sich zwar in erster Linie an Ärzte und Therapeuten - ein Blick lohnt sich auch für Betroffene.

 

Finde Unterstützung auf deinem Weg. 

Die Suche nach der richtigen Ernährung bei IC/BPS kann frustrierend sein, aber du bist nicht allein. Wir glauben an die Stärke der Gemeinschaft und den Austausch von Erfahrungen. Unser Tipp: Nutze unbedingt den Rat einer zertifizierten und auf Blasenerkrankungen spezialisierten Ernährungsfachkraft.